Was ist Mieterstrom?
Mieterstrom bezeichnet ein Energiekonzept, bei dem Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Gebäudes direkt an die Bewohner dieses Gebäudes geliefert wird. Der Strom wird also dort verbraucht, wo er erzeugt wird – meist in Mehrfamilienhäusern oder Wohnquartieren.
Im Gegensatz zum klassischen Strombezug aus dem öffentlichen Netz stammt der Strom beim Mieterstrom direkt von der eigenen Immobilie. Die Photovoltaikanlage erzeugt saubere Energie, die an die Mieter im Gebäude geliefert wird. Überschüssiger Strom kann zusätzlich in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.
In Deutschland gilt Mieterstrom als wichtiger Baustein der dezentralen Energiewende im Gebäudesektor. Denn während Einfamilienhäuser häufig bereits über Photovoltaik verfügen, blieb das Potenzial von Mehrfamilienhäusern lange ungenutzt. Mieterstrom ermöglicht es erstmals, Solarstrom auch für Mieter zugänglich zu machen.
Damit verbindet das Konzept drei zentrale Ziele:
- lokale Nutzung erneuerbarer Energie
- Beteiligung von Mietern an der Energiewende
- wirtschaftliche Nutzung von Dachflächen im Gebäudebestand
So funktioniert ein Mieterstrommodell
Der Ablauf eines typischen Mieterstromprojekts sieht vereinfacht so aus:
- Installation einer Photovoltaikanlage
Auf dem Dach des Mehrfamilienhauses wird eine PV-Anlage installiert. - Stromerzeugung auf dem Gebäude
Die Anlage produziert Solarstrom aus Sonnenenergie. - Direkte Stromlieferung an die Mieter
Der erzeugte Strom wird über das hausinterne Stromnetz an die Wohnungen geliefert. - Reststrom aus dem öffentlichen Netz
Wenn die PV-Anlage nicht genügend Strom produziert (z. B. nachts), beziehen die Mieter weiterhin Strom aus dem öffentlichen Netz. - Überschüssiger Strom wird eingespeist
Nicht verbrauchter Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
Unterschied zum klassischen Strombezug
Beim klassischen Strombezug kommt Energie meist aus dem überregionalen Stromnetz und wird von einem Energieversorger geliefert.
Beim Mieterstrom hingegen:
- entsteht der Strom direkt im Gebäude
- wird er ohne Umweg über das öffentliche Netz verbraucht
- profitieren Bewohner direkt von lokal erzeugter Solarenergie
Dadurch wird Energie effizienter genutzt und Netzverluste werden reduziert.
Welches Problem löst Mieterstrom?
Die Energiewende im Gebäudesektor steht vor einer strukturellen Herausforderung: Viele Dachflächen in Städten bleiben ungenutzt, obwohl sie sich hervorragend für Photovoltaik eignen.
Gleichzeitig profitieren vor allem Eigentümer von Einfamilienhäusern von Solarstrom. Mieter haben bisher nur selten Zugang zu lokal erzeugter erneuerbarer Energie.
Typische Probleme im bisherigen System:
- Photovoltaikanlagen werden hauptsächlich auf Einfamilienhäusern installiert
- Mieter können selten selbst Solarstrom nutzen
- viele Dachflächen in Städten bleiben ungenutzt
- lokal erzeugte Energie wird häufig vollständig ins Netz eingespeist
Mieterstrom adressiert genau diese Lücke.
Das Konzept ermöglicht:
- Solarstrom für Mieter in Mehrfamilienhäusern
- lokale Nutzung erneuerbarer Energie
- bessere Ausnutzung von Dachflächen
- Integration von Gebäuden in die Energiewende
Gerade in urbanen Regionen mit dichter Bebauung gilt Mieterstrom daher als entscheidender Hebel für den Ausbau erneuerbarer Energien.
Warum Mieterstrom für Immobilien interessant ist
Für Eigentümer, Projektentwickler und Bestandshalter bietet Mieterstrom mehrere strategische Vorteile.
Zusätzliche Einnahmequellen
Mit einer Mieterstromanlage kann der erzeugte Solarstrom direkt an Bewohner verkauft werden. Dadurch entsteht eine zusätzliche Einnahmequelle neben der klassischen Vermietung.
Nutzung vorhandener Dachflächen
Viele Dächer von Mehrfamilienhäusern bieten große Flächen für Photovoltaik. Mieterstrom ermöglicht eine wirtschaftliche Nutzung dieser Flächen.
Attraktivität der Immobilie steigern
Nachhaltige Energieversorgung wird für Mieter immer wichtiger. Gebäude mit eigener Solarstromversorgung können attraktiver am Markt positioniert werden.
Beitrag zur Energiewende
Immobilienunternehmen können durch Mieterstrom aktiv zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors beitragen.
Potenzielle Wertsteigerung der Immobilie
Nachhaltige Energiekonzepte und lokale Stromversorgung können langfristig zu einer höheren Zukunftsfähigkeit und Marktattraktivität von Immobilien beitragen.
Gerade für institutionelle Bestandshalter, Wohnungsunternehmen oder Projektentwickler wird Mieterstrom daher zunehmend zu einem strategischen Bestandteil moderner Immobilienkonzepte.
Welche Vorteile hat Mieterstrom für Mieter?
Auch für Bewohner von Mehrfamilienhäusern bietet Mieterstrom mehrere Vorteile.
Günstiger Strompreis
Mieterstromtarife liegen häufig unter dem Preis klassischer Stromtarife, da ein Teil der Netzentgelte entfällt.
Regional erzeugte Energie
Der Strom stammt direkt vom Dach des eigenen Hauses. Damit wird Energie lokal produziert und lokal genutzt.
Beitrag zum Klimaschutz
Solarstrom ist erneuerbar und emissionsarm. Mieter können so aktiv zur Energiewende beitragen, ohne selbst eine Anlage installieren zu müssen.
Wichtig:
Die Teilnahme an Mieterstrom ist freiwillig. Bewohner können weiterhin ihren bisherigen Stromanbieter behalten.
Warum Mieterstrom trotzdem noch selten umgesetzt wird
Obwohl Mieterstrom wirtschaftlich und ökologisch attraktiv sein kann, wird das Konzept in Deutschland bisher noch vergleichsweise selten umgesetzt.
Der Grund liegt vor allem in der Komplexität der energiewirtschaftlichen Umsetzung.
Zu den zentralen Herausforderungen gehören:
Regulatorische Anforderungen
Mieterstromprojekte unterliegen verschiedenen gesetzlichen Vorgaben, unter anderem aus dem Energiewirtschaftsgesetz und dem EEG.
Messkonzepte und Zählerstruktur
Damit Solarstrom korrekt verteilt und abgerechnet werden kann, sind spezielle Messkonzepte und Zählerstrukturen erforderlich.
Energiewirtschaftliche Abrechnung
Der Betreiber einer Mieterstromanlage übernimmt häufig auch die Rolle eines Energieversorgers, inklusive Stromlieferverträgen und Abrechnung.
Organisatorischer Aufwand
Planung, Umsetzung und Betrieb eines Mieterstromprojekts erfordern technisches, energiewirtschaftliches und regulatorisches Know-how.
Das führt dazu, dass viele Eigentümer das Potenzial zwar erkennen, die Umsetzung jedoch ohne spezialisierte Partner schwierig ist.
Welche Mieterstrommodelle gibt es?
In Deutschland haben sich mehrere Modelle zur Umsetzung von Mieterstrom entwickelt.
Vollversorgermodell nach EEG
Beim klassischen Modell wird der Strom direkt im Gebäude erzeugt und an die Bewohner geliefert. Für bestimmte Anlagen kann ein Mieterstromzuschlag nach dem EEG gewährt werden.
Lieferkettenmodelle
Beim Lieferkettenmodell kauft ein Energieversorger den lokal erzeugten Solarstrom und integriert ihn in einen Stromtarif, den er den Mietern im Gebäude anbietet.
Contracting-Modell/Pachtmodell
Beim Contracting- oder Pachtmodell plant, finanziert und betreibt ein externer Dienstleister die Photovoltaikanlage, während der Gebäudeeigentümer meist lediglich die Dachfläche bereitstellt.
Modelle in der Ergänzungsversorgung
Bei Modellen der Ergänzungsversorgung wird der lokal erzeugte Solarstrom als Ergänzung zur bestehenden Stromversorgung genutzt und reduziert den Strombezug aus dem öffentlichen Netz.
Mehr zu den verschiedenen Mieterstrommodellen finden Sie auf unserer Detailseite.
Wie kann Mieterstrom in meiner Immobilie umgesetzt werden?
Nicht jedes Gebäude eignet sich gleichermaßen für Mieterstrom. Einige grundlegende Voraussetzungen erleichtern jedoch die wirtschaftliche Umsetzung.
Typische Voraussetzungen sind:
- ein Mehrfamilienhaus oder Wohngebäude mit mehreren Stromverbrauchern
- eine geeignete Dachfläche für Photovoltaik
- ausreichender Stromverbrauch im Gebäude
- eine wirtschaftlich dimensionierte PV-Anlage
Je mehr Strom direkt im Gebäude verbraucht wird, desto effizienter kann das Mieterstrommodell funktionieren.
Viele Eigentümer stehen jedoch vor der Frage:
- Ist meine Immobilie geeignet?
- Wie groß müsste die PV-Anlage sein?
- Welche Mieterstromlösung passt zu meinem Gebäude?
Hier kommen spezialisierte Anbieter ins Spiel.
Mieterstrom mit stroya umsetzen
stroya entwickelt und betreibt Mieterstromlösungen für Mehrfamilienhäuser und Wohnportfolios in Deutschland.
Der Fokus liegt auf der Immobilienwirtschaft. Eigentümer, Projektentwickler und Bestandshalter werden dabei unterstützt, Solarstrom wirtschaftlich und rechtssicher in ihren Gebäuden zu nutzen.
stroya begleitet Projekte typischerweise entlang der gesamten Wertschöpfungskette:
- Analyse der Gebäude und Dachflächen
- Planung der Photovoltaikanlage
- Entwicklung eines passenden Mieterstrommodells
- Umsetzung und Installation
- energiewirtschaftlicher Betrieb und Abrechnung
Damit wird Mieterstrom auch für Eigentümer umsetzbar, die keine eigene Energieexpertise im Unternehmen haben.
Mieterstrom für Ihre Immobilie prüfen
Mieterstrom bietet Immobilienbesitzern die Möglichkeit, Dachflächen wirtschaftlich zu nutzen, Energiekosten zu optimieren und gleichzeitig zur Energiewende beizutragen.
Gerade im Mehrfamilienhaus kann Solarstrom so erstmals auch den Bewohnern direkt zugutekommen.
Sie möchten prüfen, ob Mieterstrom für Ihre Immobilie geeignet ist?
Sprechen Sie mit dem Team von stroya und lassen Sie Ihr Objekt unverbindlich analysieren.
FAQ zu Mieterstrom
Was ist Mieterstrom?
Mieterstrom ist Strom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Gebäudes, der direkt an die Bewohner dieses Gebäudes geliefert wird. Der Strom wird lokal erzeugt und vor Ort verbraucht.
Wie funktioniert Mieterstrom?
Bei Mieterstrom erzeugt eine PV-Anlage Solarstrom auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses. Dieser Strom wird direkt an die Mieter im Gebäude geliefert. Reicht die Produktion nicht aus, wird zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen.
Ist Mieterstrom günstiger für Mieter?
Mieterstromtarife können günstiger sein als klassische Stromtarife, da ein Teil der Netzentgelte entfällt und der Strom direkt im Gebäude erzeugt wird.
Lohnt sich Mieterstrom für Eigentümer?
Ja, Mieterstrom kann für Eigentümer zusätzliche Einnahmen generieren, Dachflächen wirtschaftlich nutzen und die Attraktivität einer Immobilie erhöhen.
Welche Voraussetzungen braucht Mieterstrom?
Typische Voraussetzungen sind ein Mehrfamilienhaus, eine geeignete Dachfläche für Photovoltaik, mehrere Stromverbraucher im Gebäude und ein ausreichender Strombedarf.
Ist Mieterstrom verpflichtend für Mieter?
Nein. Mieter können frei entscheiden, ob sie den Mieterstromtarif nutzen oder weiterhin einen anderen Stromanbieter wählen.
Gibt es ein Mieterstromgesetz in Deutschland?
Ja. Mieterstrom wird unter anderem im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Dort ist beispielsweise der sogenannte Mieterstromzuschlag für bestimmte Photovoltaikanlagen definiert.